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Weißgold, Rhodinierung und SiO₂-Schutz

Weißgold gehört zu den beliebtesten Materialien für hochwertigen Diamantschmuck. Seine zurückhaltende, silbrig-helle Farbe lässt Diamanten besonders klar und brillant erscheinen und wirkt zugleich modern, ruhig und zeitlos.

Doch Weißgold besteht nicht einfach aus „weißem Gold“. Seine Farbe entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten: einer Goldlegierung, einer hellen Rhodiumoberfläche und – je nach Ausführung – einer zusätzlichen transparenten SiO₂-Schutzschicht.

In diesem Beitrag erklären wir, wie Weißgold entsteht, weshalb es häufig rhodiniert wird und welchen zusätzlichen Schutz eine SiO₂-Beschichtung bieten kann.

Was ist Weißgold?

Reines Gold besitzt von Natur aus einen kräftigen gelben Farbton. Damit daraus Weißgold entsteht, wird es mit helleren Metallen legiert.

Bei 14-karätigem beziehungsweise 585er Weißgold bestehen 58,5 Prozent der Legierung aus Feingold. Die übrigen Bestandteile sorgen für die hellere Farbe, die gewünschte Festigkeit und die Eignung für den täglichen Gebrauch.

Die genaue Zusammensetzung einer Weißgoldlegierung kann variieren. Je nach verwendeten Legierungsmetallen besitzt das unbehandelte Weißgold einen eher grauen, silbrigen oder leicht warmen Grundton.

Weißgold ist deshalb nicht automatisch reinweiß. Den besonders hellen, gleichmäßigen Glanz, den viele Menschen mit Weißgold verbinden, erhält das Schmuckstück häufig erst durch eine Rhodinierung.

Was bedeutet Rhodinierung?

Bei der Rhodinierung wird die Oberfläche des Schmuckstücks mit einer sehr dünnen Schicht Rhodium überzogen.

Rhodium gehört zur Gruppe der Platinmetalle. Es besitzt eine helle, stark reflektierende Oberfläche und wird im Schmuckbereich vor allem verwendet, um Weißgold einen klaren, gleichmäßigen und intensiv weißen Glanz zu verleihen.

Die Rhodiumschicht wird galvanisch aufgebracht. Das Schmuckstück wird dabei in ein spezielles Bad gegeben, in dem sich das Rhodium mithilfe elektrischen Stroms mit der Oberfläche verbindet.

Die Rhodinierung bewirkt:

  • einen hellen, silbrig-weißen Farbton
  • eine gleichmäßige und hochglänzende Oberfläche
  • eine stärkere optische Abgrenzung zum wärmeren Grundton der Weißgoldlegierung
  • eine besonders harmonische Wirkung in Verbindung mit farblosen Diamanten

Rhodium ist ein hartes und korrosionsbeständiges Metall. Die auf Schmuck aufgebrachte Schicht ist jedoch sehr dünn und deshalb nicht dauerhaft vor mechanischer Abnutzung geschützt.

Nutzt sich eine Rhodinierung ab?

Ja. Eine Rhodinierung ist eine Oberflächenveredelung und kann sich im Laufe der Zeit abtragen.

Wie schnell dies geschieht, hängt stark von der Art des Schmuckstücks und der individuellen Nutzung ab. Besonders Ringe sind im Alltag regelmäßig Reibung, Stößen, Wasser, Kosmetika und Reinigungsmitteln ausgesetzt. Bei Anhängern oder Ohrschmuck ist die mechanische Beanspruchung meist geringer.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Häufigkeit und Dauer des Tragens
  • Reibung an Händen, Kleidung oder anderen Schmuckstücken
  • Kontakt mit Reinigungs- und Pflegemitteln
  • Schweiß und individuelle Hautchemie
  • sportliche, handwerkliche oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Wenn sich die Rhodiumschicht abnutzt, kommt nach und nach der natürliche Farbton der darunterliegenden Weißgoldlegierung zum Vorschein. Das Schmuckstück wird dadurch nicht beschädigt und verliert auch nicht seine Eigenschaft als echtes Weißgold. Die Oberfläche kann lediglich etwas wärmer, matter oder ungleichmäßiger wirken.

Dieser Vorgang ist eine normale Folge des Tragens und kein Material- oder Herstellungsfehler.

Wie lange hält eine Rhodinierung?

Eine allgemein gültige Haltbarkeitsdauer gibt es nicht.

Bei täglich getragenen Ringen kann eine Erneuerung je nach Beanspruchung nach etwa ein bis zwei Jahren sinnvoll werden. Bei weniger stark beanspruchten Schmuckstücken kann die Rhodinierung deutlich länger sichtbar bleiben.

Entscheidend ist jedoch nicht ein fester Zeitraum, sondern der tatsächliche Zustand des Schmuckstücks. Eine erneute Rhodinierung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der hellweiße Glanz sichtbar nachlässt oder der wärmere Grundton der Legierung an einzelnen Stellen hervortritt.

Was ist ein SiO₂-Schutz?

SiO₂ ist die chemische Bezeichnung für Siliziumdioxid. Das Material kommt in unterschiedlichen Formen vor und ist unter anderem ein wesentlicher Bestandteil von Quarz und Glas.

Im Bereich der Oberflächenveredelung kann SiO₂ als sehr dünne, transparente Schutzschicht auf ein bereits rhodiniertes Schmuckstück aufgebracht werden.

Diese Beschichtung verändert die Farbe des Weißgoldes nicht wesentlich. Sie liegt nahezu unsichtbar über der Rhodiumoberfläche und soll deren direkten Kontakt mit Reibung, Feuchtigkeit und alltäglichen Einflüssen reduzieren.

Der SiO₂-Schutz kann:

  • die Rhodiumoberfläche zusätzlich versiegeln
  • die Anhaftung von Schmutz und Rückständen verringern
  • die Oberfläche leichter zu reinigen machen
  • den Glanz der Rhodinierung länger erhalten
  • den normalen Verschleiß der Rhodiumschicht verlangsamen

Die Beschichtung ist jedoch kein dauerhafter Schutzpanzer. Sie macht ein Schmuckstück weder kratzfest noch unempfindlich gegen Stöße oder starke mechanische Belastung.

Auch eine SiO₂-Schicht unterliegt im Alltag einem natürlichen Verschleiß.

Rhodinierung und SiO₂-Schutz: Was ist der Unterschied?

RhodinierungSiO₂-Schutz
Gibt Weißgold seine helle, intensiv weiße OberflächeErgänzt die Oberfläche um eine transparente Schutzschicht
Bestimmt wesentlich Farbe und GlanzVerändert die Farbe in der Regel kaum
Besteht aus dem Edelmetall RhodiumBesteht aus einer siliziumdioxidbasierten Beschichtung
Kann sich durch Reibung abnutzenKann den Verschleiß der Rhodiumschicht verlangsamen
Kann bei Bedarf erneuert werdenKann je nach Verfahren ebenfalls erneuert werden

Vereinfacht gesagt:

Die Rhodinierung sorgt für die Optik. Der SiO₂-Schutz soll helfen, diese Oberfläche länger zu bewahren.

Ist Weißgold ohne Rhodinierung minderwertig?

Nein. Auch nicht rhodiniertes Weißgold ist eine hochwertige Goldlegierung. Es besitzt lediglich einen anderen Farbcharakter. Je nach Legierung kann es etwas grauer, wärmer oder weniger strahlend weiß erscheinen.

Manche Schmuckliebhaber bevorzugen bewusst diesen natürlichen Weißgoldton. Bei klassischem Diamantschmuck wird jedoch häufig eine Rhodinierung gewählt, weil die helle Oberfläche besonders harmonisch mit farblosen Diamanten wirkt.

Die Rhodinierung ist somit keine Voraussetzung für die Qualität des Goldes, sondern eine ästhetische und funktionale Oberflächenveredelung.

Ist rhodiniertes Weißgold für empfindliche Haut geeignet?

Die Rhodiumschicht bildet zunächst eine Barriere zwischen der Haut und der darunterliegenden Goldlegierung.

Ob ein Schmuckstück individuell vertragen wird, hängt jedoch nicht allein von der Rhodinierung ab. Relevant sind unter anderem die Zusammensetzung der Goldlegierung, die Stärke und Unversehrtheit der Beschichtung sowie die persönliche Empfindlichkeit.

Da sich die Rhodiumschicht durch langjähriges oder intensives Tragen teilweise abnutzen kann, kommt die Haut an diesen Stellen gegebenenfalls mit der darunterliegenden Legierung in Kontakt.

Menschen mit bekannten Metallallergien sollten sich deshalb vor dem Kauf über die genaue Materialzusammensetzung informieren.

Wie pflegt man rhodiniertes Weißgold?

Damit die Oberfläche möglichst lange schön bleibt, sollte Weißgold behutsam gepflegt werden.

Empfehlenswert ist:

  • Schmuck vor Sport, Gartenarbeit und handwerklichen Tätigkeiten abzulegen
  • den Kontakt mit Chlor, aggressiven Reinigungsmitteln und Chemikalien zu vermeiden
  • Parfum, Haarspray und Kosmetik vor dem Anlegen des Schmucks aufzutragen
  • Schmuckstücke getrennt voneinander aufzubewahren
  • die Oberfläche nur mit einem weichen Tuch zu reinigen
  • bei stärkerer Verschmutzung lauwarmes Wasser und ein mildes Reinigungsmittel zu verwenden

Aggressive Polituren oder stark scheuernde Reinigungstücher können die Oberflächenbeschichtung unnötig beanspruchen. Auch häufiges professionelles Polieren sollte vermieden werden, da bei jedem Polieren geringe Mengen Metall abgetragen werden.

Kann Weißgold neu rhodiniert werden?

Ja. Eine abgenutzte Rhodinierung kann in der Regel erneuert werden.

Dazu wird das Schmuckstück zunächst gereinigt und fachgerecht vorbereitet. Je nach Zustand können leichte Gebrauchsspuren ausgearbeitet und anschließend eine neue Rhodiumschicht aufgebracht werden.

Vor einer erneuten Rhodinierung sollte immer geprüft werden:

  • ob Steine und Fassungen fest sitzen
  • ob das Schmuckstück Beschädigungen aufweist
  • ob eine Politur tatsächlich erforderlich ist
  • ob bereits eine zusätzliche Oberflächenbeschichtung vorhanden ist

Insbesondere bei Diamantschmuck empfiehlt sich eine Ausführung durch einen qualifizierten Fachbetrieb.

Weißgold oder Gelbgold: Was passt besser zu Diamanten?

Beide Goldfarben besitzen ihren eigenen Charakter.

Weißgold wirkt kühl, klar und modern. Da die helle Fassung optisch mit einem farblosen Diamanten verschmilzt, steht häufig der Stein besonders stark im Mittelpunkt.

Gelbgold erzeugt dagegen einen bewussten Kontrast zwischen dem warmen Goldton und dem hellen Diamanten. Die Wirkung ist klassischer, wärmer und oft etwas markanter.

Die Wahl ist daher vor allem eine Frage des persönlichen Stils:

  • Weißgold: klar, zurückhaltend und modern
  • Gelbgold: warm, klassisch und ausdrucksstark

Unser Fazit

Weißgold ist eine hochwertige Goldlegierung, deren natürlicher Farbton je nach Zusammensetzung leicht variieren kann. Durch eine Rhodinierung erhält das Schmuckstück seine besonders helle, gleichmäßige und reflektierende Oberfläche.

Da die Rhodiumschicht beim Tragen natürlicher Abnutzung unterliegt, kann eine zusätzliche transparente SiO₂-Beschichtung dazu beitragen, die Oberfläche vor alltäglichen Einflüssen zu schützen und ihren Glanz länger zu erhalten.

Sie ersetzt jedoch weder eine sorgfältige Behandlung noch eine gelegentliche fachgerechte Aufarbeitung.

So verbindet Weißgold die Beständigkeit einer echten Goldlegierung mit einer klaren, modernen Oberfläche – besonders wirkungsvoll in Verbindung mit hochwertigen Diamanten.

Häufige Fragen

Ist Weißgold echtes Gold?

Ja. Weißgold ist eine Goldlegierung. Bei 14-karätigem Weißgold beziehungsweise 585er Gold beträgt der Feingoldanteil 58,5 Prozent.

Warum wirkt Weißgold manchmal leicht gelblich?

Der Grundton entsteht durch das enthaltene Gold und die verwendeten Legierungsmetalle. Wenn sich die Rhodiumschicht mit der Zeit abnutzt, kann der etwas wärmere Farbton der darunterliegenden Legierung sichtbar werden.

Ist eine abgenutzte Rhodinierung ein Mangel?

Nein. Die Abnutzung einer Oberflächenbeschichtung durch normalen Gebrauch ist ein natürlicher Verschleiß und grundsätzlich kein Herstellungsfehler.

Muss Weißgold regelmäßig neu rhodiniert werden?

Nicht zwingend. Eine Erneuerung ist nur dann erforderlich, wenn der ursprüngliche hellweiße Glanz wiederhergestellt werden soll.

Macht eine SiO₂-Beschichtung Schmuck kratzfest?

Nein. Sie kann die Oberfläche zusätzlich schützen und den Verschleiß verlangsamen, verhindert aber keine Kratzer, Stöße oder Beschädigungen.

Kann eine SiO₂-Schicht erneuert werden?

Grundsätzlich können solche Oberflächenbeschichtungen je nach verwendetem Verfahren erneuert werden. Das Schmuckstück sollte vorher von einem Fachbetrieb geprüft und entsprechend vorbereitet werden.

Ist Rhodium dasselbe wie Weißgold?

Nein. Weißgold ist eine Goldlegierung. Rhodium ist ein Metall aus der Platingruppe, das als sehr dünne Oberflächenschicht auf das Weißgold aufgebracht wird.